Die meisten Athleten, die mit vollem Terminkalender zu mir kommen, scheitern nicht am Willen. Sie scheitern daran, dass ihr Trainingsplan von einem Leben ausgeht, das sie nicht führen: gleichmäßige Wochen, verlässliche Abende, planbare Wochenenden.

Ein Plan, der das voraussetzt, geht in der zweiten Woche kaputt. Danach folgt das übliche Muster — nachholen, überziehen, krank werden, aufhören. Nicht weil zu wenig trainiert wurde, sondern weil zur falschen Zeit zu viel trainiert wurde.

Das eigentliche Problem ist die Unplanbarkeit

Zwischen „wenig Zeit" und „unplanbare Zeit" liegt ein großer Unterschied. Zehn feste Stunden pro Woche sind sportlich unkompliziert. Zehn Stunden, von denen du montags nicht weißt, wann sie liegen, sind es nicht.

Dazu kommt eine Belastung, die keine Uhr misst: ein Verhandlungstag, eine schlechte Zahl, drei Nächte mit fünf Stunden Schlaf. Der Körper unterscheidet das nicht sauber von Trainingsbelastung — die Regeneration muss trotzdem irgendwo herkommen. Genau darum geht es beim Life-Load-Ansatz: Beruf, Schlaf und Privates sind Teil der Planung und nicht die Störung darin.

Praktisch heißt das: Die harte Einheit wird nicht deshalb gestrichen, weil du keine Lust hast, sondern weil sie in dieser Woche keinen Ertrag bringt. Diese Entscheidung ist der schwierigste Teil — und sie ist der Grund, warum Coaching bei knapper Zeit mehr bringt als bei viel Zeit.

Hans-Jörg Stolz läuft allein auf einer leeren Landstraße, im Hintergrund Zypressen im Abendlicht
Die meisten Einheiten passieren allein, irgendwo zwischen zwei Terminen.

Wenn die Stunden knapp sind, entscheidet ihre Verteilung

Bei begrenztem Zeitbudget ist die wichtigste Frage nicht, wie viel trainiert wird, sondern wie sich die Belastung über die Woche verteilt. Eine Übersichtsarbeit zur Intensitätsverteilung im Ausdauersport fasst zusammen, dass in kontrollierten Studien eine polarisierte Verteilung — viel ruhiges Training, klar abgegrenzte harte Reize, wenig dazwischen — bei gut trainierten wie bei Freizeitsportlern bessere Ausdauerwerte brachte als eine Verteilung mit Schwerpunkt im Schwellenbereich.

Das ist ausgerechnet für Zeitknappe relevant, weil der häufigste Fehler in genau diese Lücke fällt: Wer selten trainiert, trainiert fast immer zu hart. Jede Einheit fühlt sich nach „das muss sich jetzt lohnen" an — und landet im mittleren Bereich, der anstrengend genug für Ermüdung und zu unspezifisch für Anpassung ist.

Wie weit sich Umfang durch Intensität ersetzen lässt, ist gut untersucht — allerdings meist außerhalb des Langdistanzsports. In einer kontrollierten Studie erreichten aktive, aber untrainierte Teilnehmer nach sechs Wochen kurzer, sehr harter Intervalle ähnliche Stoffwechselanpassungen wie eine Vergleichsgruppe mit klassischem Ausdauertraining — bei rund einem Drittel der wöchentlichen Trainingszeit. Eine Übersichtsarbeit derselben Arbeitsgruppe ordnet solche Programme als zeiteffizienten Weg zu besserer Grundlagenausdauer und Gesundheit ein.

Was dort nicht steht, ist genauso wichtig: Diese Untersuchungen liefen über Wochen, nicht über eine Langdistanz-Saison, und die Endpunkte waren Laborwerte, keine Rennzeiten über acht Stunden. Die lange Radeinheit lässt sich nicht wegoptimieren. Wer die Distanz gehen will, braucht Zeit im Sattel — Punkt. Was sich optimieren lässt, ist alles drumherum: die kurzen Wochentagseinheiten, die Reihenfolge, die Erholung dazwischen.

Hans-Jörg Stolz auf dem Rennrad an einer Wiese, dahinter Wald und Berge
Radtraining im Chiemgau.

Wie eine Woche aussieht, die um Termine herum gebaut ist

Der Plan entsteht nicht im Januar für das ganze Jahr, sondern läuft wöchentlich mit. Was das in der Praxis bedeutet:

  • Die Woche beginnt mit deinem Kalender. Bekannte Termine, Reisen und Belastungsspitzen im Job kommen zuerst — das Training wird darum gelegt.
  • Ein Kern, der immer steht. Wenige Einheiten, die auch in der schlechtesten Woche stattfinden. Sie halten den Aufbau zusammen, wenn alles andere ausfällt.
  • Verschieben statt streichen. Fällt etwas aus, sagst du kurz Bescheid und bekommst eine angepasste Woche — nicht die Ansage, es nachzuholen.
  • Die langen Einheiten liegen dort, wo sie realistisch sind. Bei den meisten heißt das Wochenende, bei manchen früh am Morgen. Beides funktioniert, wenn es geplant ist statt improvisiert.

Die Pläne laufen über MATS COACH, die Abstimmung über WhatsApp, Telefon und Video-Calls. Wie die Planung selbst entsteht, steht ausführlich bei den Trainingsplänen; wie die Betreuung insgesamt abläuft, auf der Seite zum Triathlon Coaching.

Reisen, Hotels und Zeitverschiebung

Geschäftsreisen sind der Punkt, an dem die meisten Vorbereitungen still auseinanderfallen. Nicht weil unterwegs gar nichts geht, sondern weil niemand vorher entschieden hat, was unterwegs gilt.

Deshalb werden Reisewochen im Voraus umgeschrieben: mit Einheiten, die sich in einem Hotel oder mit einem Laufschuh umsetzen lassen, und mit klaren Prioritäten für den Fall, dass nur eine von drei Einheiten stattfindet. Rückflüge, kurze Nächte und Zeitverschiebung werden als das behandelt, was sie sind — Belastung, die in der Woche danach berücksichtigt gehört.

Verpflegung: der Punkt, den Zeitknappe am häufigsten unterschätzen

Auf der Langdistanz entscheidet der Magen mindestens so oft wie die Form. Die alte Faustregel von rund 60 Gramm Kohlenhydraten pro Stunde aus einer Quelle beziehungsweise 90 Gramm aus einer Mischung ist inzwischen überholt: In randomisierten Untersuchungen an Elite-Bergläufern schnitten 120 Gramm pro Stunde besser ab — weniger Muskelschädigungsmarker und eine bessere Erholung am Tag danach. In der Praxis arbeite ich je nach Einheit mit 40 bis 80 Gramm im ruhigen Grundlagentraining und 90 bis etwa 140 Gramm in harten oder langen Einheiten.

Der entscheidende Punkt für dich: Diese Mengen verträgt niemand aus dem Stand. Die Teilnehmer dieser Studien hatten ihren Magen vorher monatelang daran gewöhnt — und dafür braucht es die langen Einheiten, dieselben, die bei knapper Zeit als Erstes gekürzt werden. Wer den Umfang reduziert, muss die Verpflegung deshalb bewusster planen, nicht beiläufiger. Bei mir steht sie im Trainingsplan und nicht auf einer Renntags-Checkliste. Ausführlich steht das auf der Seite zur Langdistanz.

Krafttraining — gerade dann, wenn wenig Zeit ist

Krafttraining ist bei knapper Zeit das Erste, was gestrichen wird. Die Datenlage spricht dagegen: Eine Übersichtsarbeit zum kombinierten Ausdauer- und Krafttraining kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Laufökonomie durch begleitendes Kraft- oder Schnellkrafttraining verbessert; beim Radfahren zeigt sich vor allem schweres Krafttraining als wirksam.

Ökonomie heißt: dasselbe Tempo mit weniger Energie. Genau das ist die Währung, wenn die Trainingsstunden begrenzt sind. Das Kraft- und Stabilitätstraining wird deshalb zeitsparend in die Woche integriert und nicht als vierte Sportart obendrauf gelegt.

Warum Betreuung bei knapper Zeit mehr wiegt

Wer zwanzig Stunden pro Woche zur Verfügung hat, verkraftet Planungsfehler. Der Umfang federt sie ab. Bei acht Stunden federt nichts mehr ab: Eine falsch gelegte harte Einheit kostet nicht eine Einheit, sondern die halbe Woche.

Hans geht flexibel und schnell auf Änderungen im Trainingsalltag ein und passt das Training individuell an.

Wolfgang Wimmer, Langdistanz-Finisher — nachzulesen mit allen weiteren Rückmeldungen bei den Bewertungen.

Das ist der Teil der Arbeit, der sich schlecht in eine Leistungsbeschreibung packen lässt: nicht der erste Plan, sondern die hundert Korrekturen danach — und die Bereitschaft, dir zu sagen, wenn diese Woche das Falsche auf dem Programm steht.

Für wen diese Seite nicht gedacht ist

Ein Coach ersetzt keine Trainingszeit. Wenn dein Kalender über Monate keine langen Einheiten hergibt, ist die Langdistanz in dieser Saison die falsche Wahl — und ich sage dir das im Erstgespräch, statt dir ein Paket zu verkaufen. Oft ist die ehrlichere Antwort, das Ziel um ein Jahr zu verschieben oder erst über die Mitteldistanz zu gehen.

Häufige Fragen

Wie viele Stunden pro Woche brauche ich für eine Langdistanz?

Darauf gibt es keine seriöse Pauschalzahl, und jede Website, die eine nennt, rät. Es hängt davon ab, wie viele Jahre Ausdauertraining hinter dir liegen, wie gut du schwimmst und welches Ergebnis du willst. Wichtiger als die Stundenzahl ist, wie verlässlich die Zeit verfügbar ist. Im Erstgespräch schauen wir uns deinen konkreten Kalender an — danach lässt sich das beantworten.

Was passiert, wenn ich zwei Wochen komplett ausfalle?

Dann wird umgeplant. Zwei Wochen Pause sind in einer mehrmonatigen Vorbereitung kein Drama — der Versuch, sie in der dritten Woche nachzuholen, schon. Genau solche Phasen sind der Grund, warum die Planung wöchentlich mitläuft.

Ich reise viel. Funktioniert das Coaching auch aus dem Ausland?

Ja, die Betreuung läuft vollständig online. Pläne, Auswertungen und Kommunikation laufen über MATS COACH, WhatsApp und Video-Calls — der Standort spielt keine Rolle. Betreut wird auf Deutsch oder Englisch.

Wie viel Zeit kostet mich die Zusammenarbeit selbst?

Wenig, und das ist Absicht. Der Plan liegt fertig in der App, Rückmeldung gibst du in ein paar Sätzen, und die Calls sind terminiert und kurz gehalten. Wenn zwischendurch etwas ist, reicht eine Nachricht.

Bin ich an eine Laufzeit gebunden?

Nein. Die Pakete laufen monatlich. Die Details dazu stehen bei den Tarifen und in der FAQ.

Brauche ich teures Material?

Zum Start reichen eine Sportuhr und ein funktionierendes Rad. Ein Wattmesser ist auf dieser Distanz das sinnvollste Einzelinvestment, weil er die Renneinteilung auf dem Rad verlässlich macht. Alles Weitere besprechen wir, wenn es ansteht — teuer einkaufen ist am Anfang nie nötig.